Im Frühjahr krabbeln sie wieder: die Blattläuse. Fast jeder Pflanzenliebhaber hat schon einmal Bekanntschaft mit ihnen gemacht. Mehr als 800 verschiedene Arten gibt es allein in Deutschland und nicht selten findet man sie im eigenen Garten oder auf dem Balkon, wo sie sich genüsslich an dem Saft der Pflanzen laben. Um größere Schäden an den Pflanzen zu vermeiden, sollte man zügig handeln.
Um einem Blattlausbefall vorzubeugen, kann man bereits einige Pflanztipps beherzigen: So sollte man seine Pflanzen nicht zu dicht aneinander pflanzen, damit die Luft zwischen den Pflanzen zirkulieren kann und keine feuchten, warmen Ecken entstehen, in denen sich Blattläuse besonders wohlfühlen. Häufig helfen auch Mischbepflanzungen, einem großen Blattlausbefall vorzubeugen.
So können Lavendel oder Salbei zwischen Rosen gepflanzt gegen Blattläuse wirken. Bei Bohnen, Tomaten oder Gurken kann man mit Bohnenkraut versuchen, einem Blattlausbefall vorzubeugen. Grundsätzlich wirken stark riechende Duftkräuter, zu denen auch Petersilie, Zwiebeln und Minze zählen, auf viele Blattlausarten unattraktiv.
Riecht besonders intensiv: Scharfe Minze ‘Multimentha’
Auch einige nützliche Insekten wie Marienkäfer, Flor- und Schwebfliegen oder Ohrwürmer sind hilfreiche Mitstreiter im Kampf gegen Blattläuse. Marienkäfer vertilgen beispielsweise je nach Art bis zu mehreren hundert Blattläusen am Tag. Insbesondere die kleinen Larven haben einen großen Hunger auf Läuse oder auch Blattflöhe und werden daher auch im Gartenbau und in der Landwirtschaft gezielt eingesetzt und gefördert. Wie man seinen Garten attraktiv für Marienkäfer gestalten kann, erfährst Du in dem Artikel “Blattläuse bekämpfen: Marienkäfer anlocken”.
Nichtsdestotrotz können gerade jüngere und schwächere Pflanzen befallen werden – und dann gilt es, schnell einzugreifen, um größere Schäden zu vermeiden.
Kleine Marienkäferlarve auf dem Oregano – gut gegen Blattläuse
Das Problem bei Blattläusen ist, dass sie sich rapide vermehren und die gesamte Pflanze befallen können. Mit ihren Saugrüsseln stechen sie in die Wirtspflanze und saugen im wahrsten Sinne des Wortes den Saft aus der Pflanze. Zudem locken die Blattläuse durch ihre zuckerhaltige Ausscheidungen andere Insekten wie Ameisen an und befördern das Wachstum verschiedener Pilze, die in dem zuckerhaltigen Sekret einen tollen Nährboden finden.
Da es kaum eine Pflanze gibt, die von Läusen unberührt bleibt und es auch kein 100% Mittel zur Vorbeugung gibt, gehört die Blattlaus zu den gefürchtetsten Schädlingen. Doch wenn man Blattläuse an seinen Pflanzen entdeckt, ist das kein Grund zu Panik. Denn mit einigen Hausmitteln kann man den kleinen Biestern leicht den Garaus machen.
Wenn der Befall noch nicht so stark ist, kann es schon helfen, die einzelnen Blattläuse mit den Fingern zu beseitigen oder die befallenen Blätter abzuschneiden. Auch kann man die Pflanze mit einem Wasserstrahl aus dem Wasserschlauch abspritzen oder unter der Dusche abspülen – man sollte nur vorsichtig sein, dass die Pflanze dabei nicht beschädigt wird. Danach sollte die Pflanze gut abgetrocknet werden, um andere Erkrankungen zu vermeiden. Ist der Befall schon etwas größer, haben wir hier sieben hilfreiche Tipps zur Bekämpfung von Blattläusen zusammengestellt:
Bei einem stärkeren Befall kann man auch verschiedene Tees und Brühen herstellen. Ein relativ bekanntes Mittel zur Beseitigung von Blattläusen ist Brennnesselsud. Dafür zerhackst Du etwa 100 Gramm frisch gepflückte Brennnesseln und lässt sie einige Stunden antrocknen. Nun kannst Du die Brennnesseln mit ca. einem Liter kaltem Wasser übergießen. Die Brühe sollte nun für 12-24 Stunden an einen sonnigen, warmen Ort gestellt werden. Anschließend wird der Auszug durch ein Sieb in eine Sprühflasche gegossen und auf die Pflanze gesprüht. Die Brennnesselbrühe wirkt zudem vitalisierend auf die besprühten Pflanzen. Aus Brennnesseln lassen sich auch eine hilfreiche Brennnesselbrühe oder eine Brennnesseljauche herstellen.
Ackerschachtelhalm findet man wie Brennnesseln unerwünscht in manchen Gärten. Die Heilpflanze stärkt die Zellstruktur der Pflanzen und schützt somit vor Blattläuse, aber auch Grauschimmel, Mehltau oder Schorf. Um einen Ackerschachtelhalm herzustellen, mischt man 1 Teil Ackerschachtelhalm mit 10 Teilen Wasser. Diese Mischung lässt man 24 Stunden an einem warmen Ort ziehen. Anschließend wird der Sud 30 Minuten lang zum Kochen gebracht. Nachdem die Mischung abgekühlt ist, wird sie gesiebt und zu guter Letzt mit 5 Teilen Wasser gemischt. Die Brühe ist nun einsatzbereit und kann abends oder morgens mithilfe einer Sprühflasche auf die betroffenen Pflanzen gesprüht werden. Die Pflanzen können aber auch mit dem Sud gegossen werden. Dieser Kräutersud ist auch eine tolle Kräuterkur für schwache Pflanzen, um sie vor einem Befall von Blattläuse zu schützen.
Schwarze Blattläuse: Wo Blattläuse sind, sind auch Ameisen nicht weit
Eine andere Möglichkeit ist, wenn man gerade keine Brennnesseln oder Ackerschachtelhalme zur Hand hat, einen duftenden Knoblauch-Sud herzustellen. Einfach 3 Knoblauchzehen klein hacken, mit einem Liter kochendem Wasser übergießen, mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen, absieben und unverdünnt in eine Sprühflasche umfüllen und die Pflanze mehrmals am Tag damit besprühen.
Oregano schmeckt nicht nur total lecker zu mediterranen Gerichten, sondern eignet sich auch zur Bekämpfung von Blattläusen. Dafür muss man etwa 100g frischen Oregano mit einem Liter kochendem Wasser begießen, eine halbe Stunde ziehen lassen und durch ein Sieb geben. Dieser Sud wird mit mindestens doppelt so viel Wasser verdünnt in eine Sprühflasche gegeben. Nun kann die betroffene Pflanze mit dem “Oregano-Tee” mehrfach am Tag besprüht werden. Wer keinen frischen Oregano zur Hand hat, kann auch auf getrockneten Oregano zurückgreifen (etwa 10g pro Liter).
Farne beleben nicht nur die schattigen Gartenplätze, sondern eignen sich auch zur Vertreibung von Blattläusen. Wie Brennnesseln sollen die Farne einen positiven Einfluss auf die Vitalität der besprühten Pflanze haben. Für die Brühe werden etwa 100g Farnwedel aus dem Garten zerkleinert und einen Tag lang in kaltem Wasser eingeweicht. Anschließend wird die Brühe circa dreißig Minuten gekocht. Nach dem Abkühlen kann die Brühe abgesiebt und mit 4-5 Litern Wasser verdünnt in eine Sprühflasche umgefüllt werden, um die betroffene Pflanze damit zu benetzen.
Gerade Kartoffeln gekocht, um einen sommerlichen Frühlingssalat oder einen leckeren Auflauf zu machen? Dann schütte das Kochwasser nicht sofort weg. Denn Kartoffeln beinhalten nicht nur viele Vitamine und Mineralstoffe, die für uns wichtig sind, sondern das durch das Kochen ausgetretene Solanin soll auch noch gegen einige Blattläusearten wirksam sein. Einfach abkühlen lassen und unverdünnt auf die befallenen Pflanzen sprühen.
Helfen die pflanzlichen Mittel nicht, weil der Blattlausbefall zum Beispiel schon zu weit fortgeschritten ist, kann man auch zu einer Seifenlösung greifen. Hierfür wird ungefähr ein gehäufter Esslöffel geriebene Kern- oder flüssige Schmierseife (keine herkömmliche Haushaltsseife!) in einem Liter warmen Wasser aufgelöst. Nun kann man die Lösung abkühlen lassen und in eine Sprühflasche umfüllen. Bei besonders starkem Befall kann man auch noch einen kleinen Schuss Spiritus zur Seifenlösung hinzufügen. An warmen Tagen nimmt man die Behandlung am besten in den Abendstunden vor, damit die Seifenlauge nicht so schnell abtrocknet.
Bei allen Tipps gilt, dass immer etwas herumprobiert werden muss. Einige haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, den Knoblauchsud mit etwas weniger Wasser und deutlich längerer Ziehzeit herzustellen, andere schwören auf „Oregano-Tee“ oder den Brennnesselsud. Probiere einfach aus, was Deinen Pflanzen am besten bekommt!
Wir drücken Dir die Daumen, dass die Blattlausplage bald Geschichte ist.
Marienkäfer - ein kleiner Retter in der Not bei der Bekämpfung gegen Blattläuse!
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